Die Work-Life-Balance und warum sie nicht funktioniert

Work-Life-Balance ist DAS Modewort, wenn es um das Gleichgewicht von Arbeit und privater Zeit geht. Arbeitnehmer wollen selbstverständlich nicht nur arbeiten, sondern ihr Leben auch in vollen Zügen genießen. Dies führt zwangsläufig zu Konflikten, denn gerade als Führungskraft wird verlangt, die Arbeit nicht nur als Arbeit an sich, sondern vielmehr als Teil des Lebens zu empfinden und nach diesem Credo zu handeln. Doch diesen Konflikt können wir selbst lösen – Denn wer sagt, dass wir an unserer Arbeit keinen Spaß haben sollen?

In unserem neuen Blogartikel möchten wir Ihnen die zentralen Probleme der Work-Life-Balance vorstellen und geben Ihnen Tipps an die Hand, wie Sie diesen Problemen künftig begegnen können:

Problem 1: Meine Arbeit erfüllt mich nicht

Vielen Studien zufolge finden etwa die Hälfte aller Berufstätigen Erfüllung ausschließlich außerhalb ihrer täglichen Arbeit. Das ist ein durchaus alarmierendes Ergebnis, wenn wir uns überlegen, wie viel Zeit unseres Lebens wir auf unserer Arbeit verbringen.

Unser Tipp: Versuchen Sie sich, auf die andere Seite zu schlagen! Sehen Sie in Ihrem Beruf mehr als nur das Geld zum Leben, nämlich Spaß und und Lebensfreude! Wenn Sie daran scheitern, sollten Sie über Ihre berufliche Situation im Allgemeinen nachdenken. Eignen Sie sich im beruflichen Alltag Fähigkeiten und Kenntnisse an, die Sie auch im Privatleben voranbringen! Bemühen Sie sich in Ihrem Job um mehr Anerkennung, knüpfen Sie neue und gute Kontakte und tanken Sie Kraft, vor allem auch für Ihre Freizeit. Häufig reicht es dabei bereits, einige wenige Abläufe am Arbeitsplatz zu verändern. Falls Ihnen etwas nicht gefällt, sprechen Sie es offen an! Häufig geht es Kollegen und Vorgesetzten genauso und Sie können mit Ihrer Kritik sogar bei Ihren Vorgesetzten punkten, indem Sie Vorschläge für Verbesserungen einbringen. 

Selbstverständlich ist es nicht möglich, alles zu ändern. Doch versuchen Sie sich bei allem was Sie möglicherweise stört oder langweilt: Wie könnte mir das mehr Freude bereiten oder wie könnte ich das für mich und andere vereinfachen?

Problem 2: Unrealistische Erwartungen an das Privatleben

Wer die Arbeit nur als Notwendigkeit sieht, möchte gerne in der Freizeit alles aus seinem Leben herausholen – und setzt sich damit erheblich unter Druck! Daher unser Ratschlag: Versuchen Sie, mehr und mehr persönlichen Gewinn vor allem aus Ihrer Arbeit zu ziehen. Umso ruhiger und entspannter können Sie an Ihre Freizeitgestaltung herangehen.

Erwarten Sie nicht, dass Ihnen die Freizeit nur positives und Erholung bringen wird. Auch in der Freizeit gibt es Stressfaktoren. Sich nach 18 Uhr nur noch dem Vergnügen hingeben zu können, ist eine unrealistische Erwartungshaltung. Nicht jedes Wochenende und jeder Feierabend besteht nur aus Highlights. Eventuelle Hausmeisterjobs, Müll raustragen, Putzarbeiten fallen auch und vor allem in der Freizeit an. Diese Tätigkeiten sollten Sie nicht als lästiges Übel, vielmehr als erfüllende Herausforderung sehen!

Unser Tipp: Gönnen Sie sich auch Zeiten, in denen keine Events stattfinden, denn sie dienen Ihnen als Erholungsphasen, die häufig wertvoller sind, als die komplette Freizeit mit Ereignissen durchzutakten.

Problem 3: Was erfüllt mich, was macht mir Spaß?

Studien zufolge gibt es zwei Arten von glücklichen Erfahrungen:

  1. Aktivitäten, die Freude und Spaß bereiten
  2. Aktivitäten, die sinnvoll, erfüllend und bedeutsam sind

Um wirklich glücklich und erfüllt zu werden, braucht der Mensch beides. Sich einen Film anzusehen, gehört eher zum ersten Punkt, ein Frühjahrsputz eher zu Punkt zwei. Ehrenämter können zu beiden Punkten gehören.

Unser Tipp: Schreiben Sie sich alle Ihre Tätigkeiten auf, die Sie innerhalb einer Woche erledigen. Dabei trennen Sie nicht zwischen privaten und beruflichen Aufgaben. Trennen Sie eher in den Kategorien „Sinn“ und „Vergnügen“. Dabei können auch berufliche Tätigkeiten auf der „Vergnügen“-Seite und auch private auf der „Sinn“-Seite stehen. Falls eine der beiden Seiten eklatant übergewichtet ist, sollten Sie versuchen, der anderen Seite in der Zukunft mehr Gewicht zu verleihen. Die führt langfristig zu mehr Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.

Problem 4: Das schlechte Gewissen

Wenn wir versuchen, nach einer Work-Life-Balance zu leben, führt das häufig zu schlechtem Gewissen. Ständig haben wir das Gefühl, eine der beiden Seiten, nämlich die Arbeit oder aber das Privatleben zu vernachlässigen. Mal leidet die Freizeit unter erhöhtem Druck der Arbeit, mal müssen wir verschiedenen privaten Verpflichtungen nachkommen und haben so das Gefühl, dass wir das Arbeitspensum deshalb nicht erreichen.

Unser Tipp: Setzen Sie Prioritäten und versuchen Sie, in größeren Zeiträumen zu denken! Machen Sie sich bewusst, dass alles in Ihrem Leben um Ihre Zeit konkurriert, seien es berufliche Verpflichtungen oder private (beispielsweise Familien-Verpflichtungen, Geburtstage, oder Ähnliches). Setzen Sie daher Prioritäten und wägen Sie bei allem ab, was Ihnen wichtig ist. Und – ganz wichtig – haben Sie kein schlechtes Gewissen dabei!

Problem 5: Der Ausnahmezustand

Nichts bringt unsere täglichen Pläne stärker durcheinander als Ungeplantes. Ein Kollege fällt krankheitsbedingt aus und alles bleibt an Ihnen hängen, es fällt ungeplante Mehrarbeit für einen größeren Auftrag an, private Veranstaltungen werden abgesagt oder verschoben, die Kinder müssen unerwartet von der Schule abgeholt werden – und schon ist der geplante Tagesablauf und die guten Vorsätze hinüber.

Unser Tipp: Machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht alles unter einen Hut kriegen! Setzen Sie sich realistische Zeiträume und gewichten Sie die anfallenden Aufgaben nach Prioritäten.

Problem 6: Die Partnerschaft

Häufig leiden Beziehungen unter zu viel oder zu wenig ambitionierten Zielen privater und vor allem beruflicher Natur. Hierfür das Verständnis des Partners zu erlangen, gestaltet sich für uns oft schwer.

Unser Tipp: Klare Kommunikation! Setzen sie wenn nötig schriftliche Vereinbarungen auf. Ein Beispiel: Sie möchten eine Beförderung erreichen und müssen deshalb innerhalb eines Zeitraumes mehr arbeiten. Definieren Sie einen gemeinsamen Ausgleich für die verlorene gemeinsame Zeit, zum Beispiel einen Urlaub.

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