Human Resources als Motor der Wertschöpfung!

„Steile These!“ hört man da so manchen rufen, der in anderen Bereichen des Unternehmens an der gedeihlichen Entwicklung der Produktion arbeitet. Die Entwickler sind vorher zu nennen. Nein, die Arbeiter am Band. Nein, die Verkäufer und Kundenberater, die letztlich für die Einnahmen sorgen. Nein, das gewiefte Management setzt die neuesten Strategien durch. Und so weiter und so fort. Doch ausgerechnet aus dem Personalwesen ist wenig in diese Richtung zu vernehmen. Immer noch sehen sich viel zu viele Personaler selber nur als Dienstleister, die für die Abwicklung der Gehaltszahlungen und die administrative Abwicklung des Recruitment zuständig sind.

Die Rolle der Personalabteilung im Wandel
Es gibt viele Gründe, warum diese falsche Bescheidenheit so verbreitet ist. Es gibt aber mindestens genau so viele Argumente für die gewandelte Rolle des HR-Bereichs: Gerade als großer Kostenfaktor kommt diesem eine enorme Bedeutung zu, die in Zeiten von sprunghafter technologischer Entwicklung bei gleichzeitigem Fachkräftemangel noch weiter steigt. Ein effizientes Personalmanagement trägt zur Zufriedenheit der Mitarbeiter und damit zur Bindung an das Unternehmen bei. Damit steigt auch die Ausstrahlungskraft auf den Arbeitsmarkt und erleichtert die Gewinnung des dringend gebrauchten Personals. Wahrlich kein Grund, sich als Personaler zu verstecken.

Lean Management im HR
Soweit im Unternehmen schon andere Bereiche mit den Vorteilen des Lean Management vertraut sind, ist es umso leichter, die gewonnenen Erkenntnisse auf den Personalbereich zu übertragen. Doch genauso erfolgversprechend ist ein selbständiger Ansatz zu Lean HR. Denn unter der Maxime des Lean Management der Steigerung der Wertschöpfung unter Vermeidung von Verschwendung lassen sich mannigfaltige Prozesse des HR vereinfachen und optimieren. Damit werden schöpferische Kräfte freigesetzt, die letztendlich dem gesamten Unternehmen großen Nutzen bringen. Die Analyse der bestehenden Prozesse und Arbeitsweisen wird einiges Potenzial ans Licht bringen, wie überflüssige Schleifen vermieden werden, Prozesse vereinfacht werden können. Eine große Rolle wird dabei in der Regel die digitale Abwicklung der Verwaltungsabläufe spielen. Das bedeutet nicht, dass um jeden Preis verschlankt wird. Doch der starken Vernetzung dieser Prozesse mit den anderen Unternehmensbereichen muss unbedingt Rechnung getragen werden. Die Optimierung der Personalprozesse führt unter Lean-Gesichtspunkten zu einem Abbau von Lagerdenken und Hierarchiedünkel. Ohne die konsequente Einbeziehung der Mitarbeiter ist ein deutlicher Fortschritt in der Wertschöpfung nicht zu erreichen. Deshalb kommt einer optimierten Personalstrategie eine so zentrale Rolle zu.

Aktive Rolle des Lean HR
Wenn es der Personalarbeit gelingt, die eigenen Abläufe zu optimieren, kann sie tatsächlich eine führende Rolle übernehmen. Die Relevanz der Aufgabe, zur rechten Zeit für das passende Personal an der richtigen Stelle zu sorgen, bedingt auch, dass die Prozesse des Personalwesens weit in das ganze Unternehmen strahlen. Damit kann Lean HR als Vorreiter und Beispiel für alle Abteilungen dienen. Die gewonnenen Erfahrungen bringen außerdem die spannende Verantwortung mit sich, den Bereichen sowohl der Verwaltung als auch der Produktion oder Dienstleistung bei der Einführung der Methoden des Lean Management zur Seite zu stehen. Als Katalysator der Vereinfachung im gesamten Unternehmen geht HR damit weit über Personalverwaltung und Talent Management hinaus. Produktive und kreative Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, sind das Ergebnis.