Priorisieren heißt bewusst zu entscheiden!

Der größte Teil unseres Gehirns arbeitet mit dem Unterbewusstsein. Das Unterbewusstsein nutzt Bilder und Erfahrungen, um mit neuen und unbekannten Situationen spontan umzugehen.

Deshalb ist es so wichtig, seine eigenen Ziele zu visualisieren und diese Bilder zu nutzen, um effektiver zu arbeiten.

Das möchten wir nun gemeinsam mit Ihnen anhand einer kleinen Übung tun:

1. Das Gemüsebeet

Stellen Sie sich Ihr Unternehmen als Gemüsebeet vor. In diesem Gemüsebeet gibt es Tomaten, Gurken, Salat und Radieschen. Die Gemüsepflanzen sind die Projekte in Ihrem Unternehmen und die Früchte sind die Erfolge und die Gewinne Ihres Unternehmens.

2. Die Strategie

Für das Wachstum der Gemüsepflanzen braucht es Nährboden oder Dünger und viel Wasser. Diese Stoffe sind die Zielvereinbarungen in Ihrem Unternehmen.

3. Die Herangehensweise

Doch wie beim Dünger gibt es auch bei den Zielvereinbarungen Unterschiede und verschiedene Herangehensweisen. Diese möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

4. Das Beet richtig anlegen

Bevor Sie einen Garten anlegen, müssen Sie einige Entscheidungen treffen. Wo soll der Garten stehen? Welche Sorten sollen im Garten angepflanzt werden? Soll das Beet Obst oder Gemüse oder beides enthalten? Züchten Sie für Ihren eigenen Bedarf oder möchten Sie Teile davon verkaufen? Bauen Sie möglichst ökologisch an oder nutzen Sie moderner Düngemittel und Stoffe? Übertragen Sie solche Gedanken auf Ihr Unternehmen und Sie werden feststellen, dass auch in Ihren Unternehmen viele Grundsätze und Ziele nicht genau feststehen. Für eine erfolgreiche und wachstumsorientierte Unternehmensführung ist dies aber essentiell.

5. Jedes Beet beginnt klein

Jedes Gemüsebeet beginnt erstmal sehr klein und mit dem Säen der Samen. Doch wenn das Ziel im vornherein feststeht, dann kann aus dem kleinsten Beet ein wunderschöner und ertragreicher Garten werden. Alle großen „Gemüsebeete“ haben mit solchen Zielen angefangen:

– Wikipedia: Jeder Mensch soll Anteil am gesamten Wissen der Welt haben.
– Lego: Die Baumeister von morgen inspirieren und fördern.
– DHL: Menschen verbinden und Leben verbessern.

Definieren Sie Ihr Unternehmensziel und kommunizieren Sie dieses klar an Ihre Mitarbeiter und vor allem auch an Ihre Kunden. Unterschätzen Sie niemals die Macht dieser Zielkommunikation!

Unser Tipp: Machen Sie diese Übung auch gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern. So erreichen Sie ein gemeinsames Verständnis Ihrer geplanten Unternehmensziele!

6. Gemeinsam das Beet pflegen

Wenn das Ziel klar definiert ist, wissen alle Hobbygärtner (Mitarbeiter) genau, was sie mit ihrer Arbeit zum großen Ganzen, nämlich der Ernte beitragen können. Und hier kommt die Zielvereinbarung zum Tragen. Von diesen profitieren sowohl Arbeitnehmer als auch die Unternehmen, denn sie sind Ansporn, sich anzustrengen und gleichzeitig Kontrollmöglichkeiten für individuelle Erfolge und Wissen.

Die Macht des Unterbewusstseins durch Visualisierungen wie in dieser Übung ist weit unterschätzt. Viele sehr erfolgreiche Unternehmen arbeiten deshalb auch mit sogenannten Vision Boards, Collagen aus Bildern, mit welchen sich die Unternehmensziele für alle Mitarbeiter visualisieren lassen.

7. Die Formulierung macht den Unterschied

Doch funktionieren solche Vereinbarungen nur dann, wenn sie gewisse Auflagen erfüllen. Denn wie der Pflanzendünger zur jeweiligen Pflanze passen muss, so muss die Zielvereinbarung auch zu den Unternehmenszielen passen. Ziele sollten daher mit der Smart-Regel definiert werden.

S – Das Ziel muss SPEZIFISCH formuliert werden.
M – Das Ziel muss konkret MESSBAR sein.
A – Das Ziel muss ATTRAKTIV sein, zum Beispiel durch Entlohnung des Mitarbeiters.
R – Das Ziel muss unbedingt REALISTISCH sein. Es gibt kaum einen größeren Killer für die Eigenmotivation als unerreichbare Ziele.
T – DAs Ziel muss TERMINGEBUNDEN sein, das heißt ein spezieller Termin für die Ernte (Zielerreichung) muss definiert werden.

8. Immer positiv bleiben

Wir müssen unsere Ziele immer positiv formulieren. Wir formulieren „Wir pflanzen dieses Jahr 6 Tomatenstränge mehr als im letzten Jahr“ statt „Letztes Jahr hatten wir zu wenige Tomaten und müssen das dieses Jahr ändern“.

9. Das Verstehen

Der Mitarbeiter muss das Ziel als sein eigenes anerkennen. Wenn ein Hobbygärtner lieber düngt als Unkraut jätet, dann sollte man ihn dies auch tun lassen.

10. Gemeinsame Ernte

Nun ist die Zeit der gemeinsamen Ernte gekommen. Die Früchte liegen vor Ihnen und Sie können nun genau überprüfen, ob die Strategie gestimmt hat, sich die Bemühungen ausgezahlt haben und ob jeder genau das getan hat, was von ihm erwartet wurde. Reicht die Ernte nur für die Selbstversorgung oder können einige Früchte auch auf den Markt gebracht werden? Haben sich Mitarbeiter besonders angestrengt? Dann sollte man diese auch mit ein paar extra Tomaten belohnen.

Mit dieser einfachen Übung definieren Sie spielerisch und beinahe automatisch Ihre Unternehmensziele und Zielvereinbarungen und können diese in Zukunft gewinnbringend und motivierend mit Ihren Mitarbeitern kommunizieren.

Ziele sind entscheidend für unseren unternehmerischen Erfolg. In unseren Seminaren lernen Sie, wie Sie diese Ziele definieren, einsetzen und mit allen Mitarbeitern kommunizieren. Denn Ziele sind ein wesentlicher Bestandteil der Lean-Philosophie!