Ishikawa-Diagramm

Identifizieren Sie Probleme im Projekt mit dem Fischgräten-Diagramm!
Für ein Problem gibt es vielfach mehrere Ursachen, die sich oft nicht auf den ersten Blick ausfindig machen lassen. Das Ishikawa-Diagramm ist ein erprobtes Tool zur Strukturanalyse bei Problemlösungsprozessen, mit dem sich Ursachen und Wirkungen zielgerichtet identifizieren, visualisieren und überprüfen lassen.

Hintergrund und Zielsetzung
Der Erfinder und Namensgeber des Diagramms ist der Vater der japanischen Qualitätskontrolle, der Chemiker Ishikawa Kaoru. Das von ihm entwickelte Konzept zur Qualitätssicherung bezog erstmals alle Hierarchieebenen und Mitarbeiter sowie sämtlichen Tätigkeiten im Prozess der Produktentstehung ein und überprüfte im einzelnen, ob sie vollständig zur Erfüllung der Kundenanforderungen beitrugen.

Das Ishikawa-Diagramm, auch bekannt als Ursache-Wirkungs-Diagramm oder Fischgräten-Diagramm, ist eines der besten Werkzeuge, um die möglichen Auslöser eines Problem aufzudecken. In Teamarbeit werden dazu alle Grundfragen in einer klaren Struktur zusammengetragen und betrachtet. Das Diagramm berücksichtigt nicht nur alle potentiellen Ursachen, sondern auch die Zusammenhänge der einzelnen Teile. Durch die Visualisierung fällt es oft leichter, weitere oder tieferliegende Ursachen zu finden.

Aufbau und Methode
Das Diagramm heißt nicht von ungefähr auch Fischgräten-Diagramm, denn der grafische Aufbau gleicht in seiner Struktur dem Skelett eines Fisches. Auf einem Flipchart oder Whiteboard der Fischkopf auf einer Seite dargestellt, dahinter folgt die Wirbelsäule mit acht abzweigenden Hauptgräten.
In den Kopf schreibt man – möglichst klar und knapp formuliert – das Problem, dessen Ursachen es zu analysieren gilt. Die Hauptgräten werden mit Überbegriffen für die möglichen Ursachenfelder versehen. Zur Orientierung gibt es hierfür acht bewährte Kategorien, die sogenannten „8 M“:
1. Mensch
2. Material
3. Maschine
4. Methode
5. Mitwelt
6. Management
7. Messbarkeit
8. Money
Natürlich lassen sich die Kategorien auch abwandeln. Jeder Hauptgräte können noch Seitenzweige mit zusätzlichen Begriffen hinzugefügt werden.

Nun beginnt das Team, zunächst ohne Bewertung, alle möglichen Auslöser für das vorliegende Problem zu sammeln, sie den Kategorien zuzuordnen. und jede Ursache noch einmal mit der Frage „Warum?“ auf weitere Aspekte zu überprüfen. Auf diese Weise wird die Problematik in ihrer ganzen Tiefe beleuchtet.
Anschließend beginnt das Team die gesammelten Punkte zu diskutieren und die wahrscheinlichsten Ursachen für das Problem herauszufiltern.

Ergebnis und Anwendungsmöglichkeiten
Auf der Grundlage des Ishikawa-Diagramms können mögliche Schritte zur Lösung erarbeitet werden. Sollte es einen Zweig geben, der besonders komplex und voller Nebenzweige ist, kann dieser separat analysiert werden. Komplizierten Problemstellungen, in denen es allzu viele Wechselbeziehungen zwischen den einzelnen Ursachen gibt, wird dieses Diagramm möglicherweise nicht gerecht.
Das Fischgräten-Diagramm lässt sich nicht nur bei Problemanalysen anwenden, sondern auch in der Umkehr, indem man ein angestrebtes Ziel im Kopf des Fisches formuliert und dazu die möglichen Strategien zur Umsetzung sammelt.