Was versteht man unter einem Gemba Walk?

Der Begriff „Gemba“ stammt ursprünglich aus dem Japanischen und bezeichnet einen „richtigen Ort“. Im Hinblick auf die Lean-Methoden ist damit der wichtigste Ort zum Arbeiten im Team gemeint beispielsweise also eine Werkstatt oder aber ein Büro. Der Gemba Walk bezeichnet daher die Arbeit in der Praxis und bezieht sich auf eben den Ort, an dem die Mitarbeiter eines Unternehmens die meiste Arbeit leisten. Entwickelt wurde dieses Konzept von dem Japaner Taiichi Ohno, dessen Ziel es war, Führungskräften die Möglichkeit zu geben, Beziehung zu ihren Mitarbeitern aufzubauen, Vertrauen zu entwickeln, Kontrolle und Aufgaben abzugeben und auf diese Weise aus den strengen vorherrschenden Mustern auszubrechen und die im Unternehmen ablaufenden Prozesse hautnah mitzuerleben. Der Gemba Walk setzt sich aus drei wichtigen und grundlegenden Elementen zusammen:

1. Gehen und Sehen – Führungskräfte sollen regelmäßige die verschiedenen Abteilungen ihres Unternehmens besuchen, um die dort geleistete Arbeit besser verstehen, die ablaufenden Prozesse insgesamt besser beurteilen zu können und zeitgleich verschwenderische Tätigkeiten unmittelbar identifizieren zu können.

2. Gründe erfragen – Kommunikation ist das A und O. Durch aktives Zuhören und eine verbesserte Kommunikation sollen komplizierte Prozesse aufgedeckt und vereinfacht werden. Hierbei ist es von Bedeutung, ein optimales Kommunikationsverhalten an den Tag zu legen.

3. Mitarbeiter respektieren – Bei dem Gemba Walk geht es in erster Linie darum, dass Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern zusammenarbeiten und diese nicht von oben herab behandeln. Schuldzuweisungen, herbe Kritik oder Bewertungen der Arbeitsleistungen der Mitarbeiter sind völlig unangebracht. Stattdessen sollen gemeinsam Schwachstellen gefunden und erfolgreich beseitigt werden.

Damit der Gemba Walk erfolgversprechende Veränderungen nach sich ziehen kann ist es notwendig, dass Führungskräfte die Arbeit ihrer Mitarbeiter beobachten und nachempfinden können. Auf diese Weise können sie direkt mit den Mitarbeitern in Kontakt treten und sind ganz nah am Geschehen und den eigentlichen Arbeitsprozessen dran.