Ständige Erreichbarkeit – muss das sein?

In heutiger Zeit ist es zur Gewohnheit geworden, dass auch Arbeitnehmer ständig erreichbar sein „müssen“. Arbeitgeber und Dienstleister verlangen andauernde Ansprechbarkeit per Telefon und Mail und selbst kleinste Reaktionszeiten stoßen häufig direkt auf Unverständnis oder führen zu Tadel.

Kennen Sie dieses Problem? Sicher!
Das Handy beiseitelegen und ausschalten? Ein paar Stunden keine Mails checken und beantworten? Das ist für viele unmöglich geworden.

Erste Forderungen auch in der Politik, die für Arbeitnehmer ein Recht auf Nichterreichbarkeit verlangen sind längst aufgekommen. Doch mit ein paar Tricks kann man dem Problem auch ohne rechtliche Regelungen begegnen und einiges ändern.

1. Ständige Erreichbarkeit führt zu viel unnötigem Stress. Reagieren Sie!
Anrufe nach Feierabend, Nachrichten in WhatsApp auch an Wochenenden und ein gewaltiger Strom an E-Mails: Spätestens seitdem jeder Berufstätige ein Smartphones hat, ist das Normalität.

Denn die meisten nutzen das Handy sowohl beruflich als auch privat, haben es also immer dabei. Deshalb fällt es uns so schwer, den Nachrichtenstrom auch nur kurz zu ignorieren. Das schafft ein zunehmendes Verschwimmen der Grenzen von Beruf und Privatleben. Gesundheitliche Folgen können im schlimmsten Fall die Folgen sein.

Doch das liegt nicht immer nur am Chef oder an den Kollegen. Jeder Arbeitnehmer ist selbst dazu aufgerufen, seine eigene Einstellung zur dauernden Erreichbarkeit sinnvoll zu hinterfragen. Versuchen Sie durch Ihre eigene Einstellung den Eindruck zu erwecken, dass auch Sie einmal abschalten müssen und nur gut funktionieren, wenn Sie solche Ruhezeiten auch einhalten. Das heißt: Wenn Sie es sich zur Gewohnheit machen, auch nach Feierabend Mails zu beantworten, dann wird das in Zukunft auch ganz automatisch von Ihnen „gefordert“, ohne das das von der Gegenpartei böse gemeint ist. Versuchen Sie deshalb hier eine klare Linie zwischen Privatem und beruflicher Zeit zu ziehen.

Selbstverständlich jedoch gibt es immer einmal Notfälle, die Sie nicht ignorieren sollten. Auch hier gilt wie immer: Setzen Sie sich Prioritäten!

2. Klare Absprachen helfen gegen ständige Erreichbarkeit
In einigen Betrieben gibt es mittlerweile zentrale Regelungen, wie Betriebsvereinbarungen zur Nutzung von Diensthandys und Ähnlichem. Was aber, wenn es in Ihrem Betrieb keine entsprechenden Regelungen gibt?

Dann gilt wie immer: Reden hilft!

Es ist selbstverständlich, dass Sie dem Chef bei Notfällen zur Seite stehen. Doch wenn der Chef Sie auch nach Feierabend häufig mit kleineren und unwichtigen Aufgaben betraut, dann ist eine klare Kommunikation angebracht! Und vielleicht eine neue, für alle geltende Regelung.

3. Klare Strukturen verhindern Brandaufgaben
Vor allem unerwartete Anfragen, die eine sofortige Reaktion erfordern, lösen viel Stress aus. Diese Störungen sollten Sie weitestgehend vermeiden. Setzen Sie sich also mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten zusammen und treffen Sie klare Absprachen:

  • Wer ist bis zu welchem Zeitpunkt erreichbar?
  • Unter welchen Voraussetzungen darf danach noch gestört werden?
  • Auf welche Anfragen muss sofort reagiert werden und auf welche nicht?
  • Werden spontanen Einsätze außerhalb der Arbeitszeit vergütet oder gutgeschrieben?
  • Brauchen Sie einen Notfalldienst für spontane Aktionen und wer übernimmt diese Aufgabe?

4. Schalten Sie Ihr Handy ab!
Fällt es Ihnen auch schwer, das Diensthandy aus der Hand zu legen? Den nutzen Sie die vielfältigen technischen Möglichkeiten, um sich selbst auszutricksen!

  • Schalten Sie Ihr Handy einfach auf stumm. Sie können dennoch definieren, welche Anrufer Sie auch so noch erreichen können
  • Auch können Sie einstellen, welche Apps Sie stören dürfen. Damit kann Sie der Chef beispielsweise noch anrufen, Sie bekommen jedoch nicht automatisch jede WhatsApp-Nachricht angezeigt.
  • Setzen Sie das Handy zum Feierabend in den „Nicht stören“-Modus

In unseren Seminaren gehen wir auch auf diese Zeitfresser intensiv ein und geben Ihnen viele wichtige Tipps und Hinweise, wie Sie von nun an damit umgehen können.

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