Warum sich flexible Arbeitszeitmodelle lohnen

Flexible Arbeitszeitmodelle – Den meisten Geschäftsführern in Deutschland läuft es bei diesem Thema direkt kalt den Rücken hinunter. Das alte Modell von 9-17 Uhr hat sich doch über Jahre hinweg einwandfrei bewährt. Auch die Implementierung in der Firma ist doch sehr aufwendig. Und überhaupt machen die Mitarbeiter bei solchen Arbeitszeitmodellen ja ohnehin was sie wollen. Warum sollte man über so etwas überhaupt nachdenken?

Doch stimmen die Vorurteile wirklich?

Meist nicht! Denn im Grunde ist es ziemlich einfach, neue Arbeitszeitmodelle einzuführen. Gerade Büroarbeit eignet sich für diese flexiblen Modelle besonders gut.

In den USA sind solche Modelle bereits viel etabliertere als bei uns. Schließlich ist es bei den meisten Aufgaben vollkommen unerheblich, wo diese verrichtet werden, sprich im Büro oder vom Home Office aus. Auch der Zeitpunkt ist für viele Aufgaben irrelevant, so dass sich Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit im Prinzip frei einteilen könnten.

Doch Chefs oder Unternehmer fühlen sich gerade in Deutschland immer als die großen Verlierer solcher Modelle wie beispielsweise Vertrauensarbeitszeit.

Wie kann man solche Systeme also etablieren, so dass alle etwas davon haben?

1. Das Problem

Laut Umfragen fänden die meisten der Angestellten in Deutschland eine höhere Flexibilität ihrer Arbeitszeit und des Arbeitsortes gut. So könnten sie ihre Zeiten besser einteilen und könnten auch private Termine besser planen. Leider lehnen Unternehmer diese Modelle jedoch oft ab, obwohl aus vielen Studien und Fallbeispielen längst bewiesen ist, dass sie funktionieren können – und zwar für beide Seiten!

2. Die Angst der Unternehmer

Die größte Angst der Unternehmer ist dabei selbstverständlich die, dass während der Vertrauensarbeitszeit schlicht nicht gearbeitet wird. Dieser Angst kann man doch mit ein paar Kniffen begegnen oder sich vom Gegenteil überzeugen.

3. Wie die Vertrauensarbeitszeit funktionieren kann:

– Testgruppen: Wenn Sie flexible Modelle testen wollen, beginnen Sie am besten damit, Testgruppen zu bilden und die Modelle an diesen Gruppen zu testen. Diese Tests sollten möglichst langfristig angelegt werden, mindestens jedoch über 6 Monate. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Ergebnisse der Testgruppe Ihren Ansprüchen an Arbeitsgeschwindigkeit und Qualität der Arbeit entsprechen.

– Die Digitalisierung macht flexible Arbeitsmodelle immer einfacher. Jede Besprechung kann virtuell, telefonisch oder im Chat erfolgen. Meist hat das sogar den Vorteil immenser Zeit- und Kostenersparnis. Schließlich braucht man keine Meetingräume, Mitarbeiter müssen zu Besprechungen nicht reisen oder ihre Arbeit lange unterbrechen. In Studien hat sich herausgestellt, dass digitale Meetings deutlich effizienter und zielgerichteter vonstatten gehen als Meetings vor Ort.

– Definieren Sie verbindliche Laufzeiten und Deadlines für einzelne Projektschritte, die von der Testgruppe eingehalten werden müssen.

– Legen Sie frühzeitig anhand eines Jahresplans fest, wann welcher Mitarbeiter Anwesenheitspflicht im Büro hat.

– Definierend Sie Regeln für Nacht-, Feiertags-, und Wochenendarbeit, wenn die Mitarbeiter die Vertrauensarbeitszeit auch nutzen möchten, um die Arbeit auf diese Zeiten zu legen.

– Geben Sie ganz klar vor, wie während der Vertrauensarbeitszeit kommuniziert werden soll. Denn hier ist meist der Punkt, an dem die meisten Unternehmen mit diesen Tests scheitern.

– Nicht aufzwingen: Es gibt Menschen, für die dieses Modell keine Alternative ist und die unbedingt feste Zeitstrukturen als Vorgabe benötigen. Zwingen Sie diese Arbeitsmodelle diesen Mitarbeitern auf keinen Fall auf – denn so verunsichern Sie diese Mitarbeiter und machen sie ineffizient.

Wenn Sie diese Tipps einhalten, werden Sie feststellen, dass Ihre Angestellten viel effizienter arbeiten als Sie angenommen hätten.

Flexible Arbeitszeitmodelle haben viele Vorteile für beide Seiten, Arbeitgeber sowie Angestellte. Der Arbeitgeber profitiert massiv davon, dass Arbeitnehmer durch die neu gewonnene Freiheit wesentlich produktiver sind. Denn die Mitarbeiter verrichten ihre Arbeit ergebnisfokussiert und nicht mehr mit zeitlichen Rahmen. Dies ist ein hoher Faktor für die Steigerung der Arbeitsleistung.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist das Image der Firma. Arbeitnehmer, die Freiheiten haben und flexible arbeiten können, bewerten das Unternehmen wesentlich besser und sind in der Regel wesentlich gesünder und leistungsfähiger.

Flexibles Arbeiten hat viele Vorteile, ist jedoch für viele Unternehmer nach wie vor schwer vorstellbar. Sie benötigen Hilfe oder Beratung zu dem Thema? Wir helfen Ihnen gerne!