Der paarweise Vergleich

So finden Sie den Ausweg aus Ihrem Gedankenlabyrinth!

Müssen Sie Prioritäten setzen und kommen nicht weiter? Fällt es Ihnen schwer, eine bestimmte Entscheidung zu treffen? Versuchen Sie es einmal mit der Methode des paarweisen Vergleichs. Dabei werden verschiedene Kriterien und Optionen immer paarweise miteinander verglichen. Bei jedem Schritt wird entschieden, welches Kriterium wichtiger oder welche Option die bessere ist. Wenn Sie alle möglichen Kombinationen von Kriterien systematisch gegeneinander abwägen, ergibt sich daraus am Ende eine hilfreiche Rangfolge.

Die Methode des paarweisen Vergleichs ist besonders dann geeignet, wenn diverse, nicht eindeutig messbare Alternativen zur Auswahl stehen. Wenn Sie z.B. ein Brainstorming durchgeführt haben und die wichtigsten Ergebnisse identifizieren möchten, wenn Sie To-Do-Listen, Maßnahmenpläne oder Kundenanforderungen nach Prioritäten sortieren wollen oder wenn Sie Qualitätskriterien zur Erstellung einer Rangfolge auswerten müssen. Bei vielen Entscheidungen ist Intuition gefragt, doch die reicht selten aus, wenn man seinen Entschluss vor anderen erklären muss oder das Bauchgefühl nicht mehr ist als ein unangenehmes Grummeln.

Die Matrix der Alternativen
Zeichnen Sie eine Matrix, in der Sie sowohl auf der vertikalen Spalte als auch auf der horizontalen Zeile die Alternativen eintragen, die Sie ordnen oder vergleichen möchten. Schnittpunkte lassen Sie aus.

Für den paarweisen Vergleich wählen Sie immer jeweils ein Feld aus und stellen sich die Frage: Ist der Zeilenwert weniger gut/wichtig, gleich gut/wichtig oder besser/wichtiger als der Spaltenwert? Für die Antworten vergeben Sie folgende Punktwerte:

0: Der Zeilenwert ist weniger gut/wichtig.
1: Der Zeilenwert ist gleich gut/wichtig.
2: Der Zeilenwert ist besser/wichtiger.

Folgen Sie beim Vergleichen ruhig Ihrem Bauchgefühl. Obwohl die Methode subjektiv ist, bekommen Sie durch die Vielzahl der Einzelvergleiche ein aussagekräftigeres Ergebnis als ohne die Analyse.

Ergebnis und Analyse
Errechnen Sie nun die Summen am jeweiligen Zeilenende und ersehen Sie daraus Ihre Rangfolge. Die Methode ist allerdings nur so gut wie Ihr Umgang damit. Deshalb sollten Sie Ihr Ergebnis sorgfältig prüfen und analysieren.

Folgende Fragen sollten Sie jetzt bedenken: Welche Aussagekraft hat die Rangfolge, wie werden Sie mit den bewerteten Alternativen weiter umgehen und welche Methoden werden Sie nutzen, um ggf. noch genauere Analysen durchzuführen. Eine endgültige Antwort kann der paarweise Vergleich nicht geben, aber eine Richtung wird er allemal anzeigen.

Varianten und Tipps
Diese Bewertungsmethode lässt sich auch im Team anwenden, indem Sie die Matrix von mehreren Personen ausfüllen lassen und am Schluss alle Ergebnisse summieren.

Achten Sie darauf, dass die Matrix nicht zu viele Optionen hat. Wenn Sie zwanzig Kriterien miteinander vergleichen, kommt keine Klarheit zustande. Falls Sie immer wieder nur zu einer Bewertung von 1 („gleich wichtig“) tendieren, sollten Sie diese Bewertung einfach weglassen, um sich zu eine eindeutigen Entscheidung zu zwingen.

Der paarweise Vergleich kann nur für Alternativen eingesetzt werden, die voneinander unabhängig betrachtet werden können und eignet sich nicht, wenn ein System von komplexen Wechselwirkungen beherrscht ist.

Je nachdem, wie viele Alternativen es gibt, kann der paarweise Vergleich dabei helfen, mit relativ geringem zeitlichen Aufwand und systematischem Vorgehen eine Bewertung vorzunehmen, bei der Sie sich auf das Wesentliche fokussieren und Ihre Entscheidung weniger subjektiv treffen.